Fragen zur Erkundung in der Pfarrei der Zukunft Saarlouis

Erste Fragen der örtlichen Miterkunder

  • Wie gehe ich auf Menschen zu und was frage ich sie?

    Wichtig beim Zugehen auf Menschen ist ein echtes und unverzwecktes Interesse am Anderen und die Authenzität der Erkunderin/des Erkunders.

    Die Fragen dürfen (bzw. sollen) erst einmal sehr offen formuliert werden und frei von eigenen konkreten Vorstellungen oder Plänen.

    Bei einem offenen Gespräch können sich Themen oder Fragestellungen ergeben, die der Erkunder primär nicht im Blick hatte.

    Beim Ideen- und Methodenworkshop wurden den örtlichen Erkundern eine Reihe von Erkundungsmethoden vorgestellt und schriftlich ausgehändigt. Je nach Erkundungsschwerpunkt können diese ausgewählt und angewandt werdsen.

    Auch auf dieser Plattform werden die Methoden unter "Fundstücke" für Interessierte zur Verfügung gestellt.

  • Wie gehe ich mit meinen eigenen Widerständen und Erwartungen als Erkunder um?

    In der Regel  lieben Erkunder die Kirche und möchten dass möglichst viele Menschen die Kirche so lieben lernen wie sie.

    Allerdings haben viele Menschen überhaupt kein oder nur wenig Interesse am kirchlichen Leben. Manche wurden von Kirchenvertretern enttäuscht, andere finden in ihrem Leben  keinen Anknüpfungspunkt mit Kirche, usw.

    Bei der Erkundung gilt es dies zu realisieren und herauszufinden wie Menschen v.a. außerhalb der Kirche ihr Leben gestalten und bereichern, wo sie ihre Antworten im Leben finden und wo bei Ihnen Fragen zu Lebensthemen unbeantwortet sind.

    Die Erkundung möchte dazu einladen, sich ins hören, sehen und dabei sein einzuüben, ohne gleich Antworten für den anderen zu haben oder ihm diese überzustülpen.

    Es geht bei der Erkundung also nicht um die bisher gemachten religiösen Erfahrungen der Erkunder, sondern um die Erfahrungen der Menschen mit denen wir in Kontakt treten.

  • Wie erfahre ich Gründe für die Gleichgültigkeit an Kirche?

    Genau diese Frage kann ein Erkundungsthema sein.

    Hierzu kann man z.B. gezielt auf aus der Kirche Ausgetretene,  auf Jugendliche, deren Firmung ein Jahr zurückliegt, oder auf  Männergruppen außerhalb der Kirche zugehen und mit ihnen ins Gespräch kommen.

  • Wie kann ich die Synodenbeschlüsse und den Umsetzungsprozess vor Ort thematisieren?

    Erkunder sind in ihrer Rolle nicht verantwortlich für die Rechtfertigung der Synodenergebnisse oder deren Verbreitung.

    Sie sind ein aktiver und wichtiger Teil des Synodenumsetzungsprozesses und erklären dort wo sie nach dem Grund ihres Tuns als Erkunder gefragt werden den Zusammenhang zur Trierer Synode.

  • Wie gehe ich als Erkunder mit persönlichen Enttäuschungen um?

    Enttäuscht sein bedeutet zunächst, dass der Ent-täuschte seine Täuschungen entdeckt hat, denen er aufgelegen ist.

    Die Erkundung will dem Enttäuschten (aber auch den Begeisterten) einen Erfahrungensraum schaffen, in dem er den Menschen in seiner Anders- und Einzigartigkeit immer besser verstehen und wertschätzen lernt, sowie die eigene Haltung ihm gegenüber überprüfen kann.

    Enttäuschungen können sowohl in geistlichen Begleitgesprächen, als auch in den regelmäßig stattfindenden Standortbestimmungen mit den diözesanen Erkundern besprochen werden.

  • Wie mache ich als Erkunder den Menschen ihre Taufwürde bewusst?

    Bei der Erkundung geht es um die unantastbare Würde als Mensch. Diese nimmt der Erkunder ernst, wenn er mit Menschen über deren Leben ins Gespräch kommt.

    Die Erkundung hat keinen katechetischen Auftrag. Dies gilt um so mehr, wenn der Erkunder einen missionarischen Eifer in sich verspürt der ihn drängt, die Taufwürde anzusprechen.

    Indem der Erkunder einem Menschen im Bewusstsein der eigenen Taufwürde würdevoll und auf Augenhöhe gegenübertritt, hat er sein christliches Zeugnis abgelegt.

  • Wie ermögliche ich anderen als Erkunder christliche Erfahrungen?

    Menschen machen u.a. Erfahrungen  bei Begegnungen mit anderen Menschen.

    Die Erfahrung mit einem Erkunder wird nicht dadurch christlich, dass er seinem Gegenüber von Jesus Christus erzählt, sondern indem er die Begegnung im Bewusstsein der eigenen Christusnachfolge und der Gottesebenbildlichkeit seines Gesprächspartners gestaltet.

    Ob eine Erfahrung christlich ist, hängt daher von der Haltung und dem Bewusstsein des Erkunders ab, und nicht von dem, was der Mitmensch vor, während oder nach der Begegnung glaubt.